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Unternehmensbesuche Senatorin Dilek Kolat und IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer

05.09.2014 – 1. Unternehmensbesuch bei dan pearlman Markenarchitektur GmbH

Dilek Kolat: „Das war ein Einblick in die Zukunft.“

Senatorin Dilek Kolat und Dr. Erik Schweitzer

Erfolgreich fand am 5. September 2014 der erste Unternehmensbesuch bei der dan pearlman Markenarchitektur GmbH statt. Im Rahmen dieser neu eingeführten Veranstaltungsreihe der Kampagne „Unternehmen mit Frauen an die Spitze!“ besuchten Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dr. Eric Schweitzer, Präsident der IHK Berlin sowie Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, zusammen mit 20 Vertretern der Unternehmen des Netzwerkes, verschiedene Unternehmen, um sich einen Eindruck vom Arbeitsalltag zu verschaffen und aktuelle Themen rund um Frauen in Führungspositionen zu diskutieren.

Die Agentur dan pearlman in Kreuzberg zeichnet sich durch ihr Engagement für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus. 2010 wurde sie beim “Unternehmen für Familie – Berlin 2010″ als familienfreundlichstes Unternehmen ausgezeichnet.
Nach dem Unternehmensrundgang stellte Dilek Kolat gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion fest, dass dan pearlman seiner Zeit voraus sei.

Das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ stand im Fokus des Unternehmensbesuches und war auch Gegenstand der Podiumsdiskussion. Unter dem Titel „Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Erfolgsrezept für mehr weibliche Führungsverantwortung“ diskutierten Dilek Kolat und Jan Eder mit Franziska Zurth, Senior Strategist bei dan pearlman und Thomas Härtel, dem Vorsitzenden des Berliner Familienbeirates und Staatssekretär a.D.

Franziska Zuhrt hatte über die Bedingungen im Unternehmen nur Gutes zu berichten. Im Januar 2009 begann sie bei dan pearlman. Im Dezember desselben Jahres bekam sie Ihren Sohn. „Es gab immer die Möglichkeit, die Arbeitszeiten an private Notwendigkeiten anzupassen“, erzählt sie. Während der Elternzeit ihres Partners hat sie wieder 40 Stunden in der Woche gearbeitet, im Anschluss wieder etwas weniger. Da sich Freizeit- und Arbeitswelt immer wieder vermengen, hält sie einen verlässlichen Partner für unentbehrlich. Nicole Srock.Stanley hat selbst drei Kinder und versucht, ihre Erfahrungen auch in die Leitung des Unternehmens einfließen zu lassen. Doch die praktische Umsetzung sie nicht immer ganz einfach. Sie sieht die Instrumente, die ein Unternehmen anbieten kann, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, als komplexe Prozesse, die sich langsam einbürgern müssen. Gleichzeitig überprüft sie immer wieder selbstkritisch, ob die eingeführten Bedingungen wirklich hilfreich sind, verbessert oder verändert werden müssen.

Senatorin Dilek Kolat im Gespräch

Klar ist allen Diskutanten, dass ein Gesellschaftswandel notwendig ist. Das sieht auch Dilek Kolat. Sie sieht die Aufgabe der Politik darin, Arbeitgeber in die Lage zu versetzen, flexibler zu sein. Nehmen diese die Chance wahr, geben sie Familien die Möglichkeit, ihre Rollen partnerschaftlich zu organisieren. „Die Berliner Betriebe haben die Bedeutung des Themas erkannt“, berichtet Jan Eder. Als wichtigste Instrumente sieht er flexible Arbeitszeiten und die aktive Förderung von Frauen in Führungspositionen. Die IHK selbst stellt im akademischen Bereich bereits zu zwei Dritteln Frauen ein, weil sie häufig besser qualifiziert sind. Thomas Härtel sieht aus der Perspektive eines Experten die Bedingungen in Berlin als gut an. Die Stadt zeichne sich besonders durch die guten Kinderbetreuungsmöglichkeiten aus. Er weist aber auch auf die Relevanz der Unternehmenskultur hin. Interessen und individuelle Lebenslagen müssten berücksichtigt werden.

Dilek Kolat sieht vor allem fehlende konkrete Handlungsanleitungen für Unternehmen, die sich das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Agenda setzen. Diese sollen aber auf der Kommunikationsplattform demnächst zur Verfügung gestellt werden, um diesem Bedarf gerecht zu werden. Jan Eder sieht vor allem die Unternehmen in der Verantwortung, um den Kulturwandel herbeizuführen. Dabei könne jeder unterstützen, indem er den Bewusstseinswandel durch Kommunikation über das Thema in Gang bringt. Wichtig sei es aber auch, eine Plattform zum Netzwerken zu schaffen und ein gutes Vorbild zu sein. Der gesellschaftliche Wandel sei bereits in Gang, müsse aber immer wieder vorangetrieben werden, betonte er.

Senatorin Dilek Kolat und Jan Eder

Bei dan pearlman wird dieser Wandel bereits gelebt. Doch auch dies geht nicht ohne Probleme und muss immer weiter entwickelt werden. Nicole Srock.Stanley erzählt, dass im Unternehmen irgendwann ein Ungleichgewicht entstanden war zwischen Mitarbeitern mit und ohne Familie. Die Konsequenz: Die in Agenturen häufig übliche Wochenendarbeit wurde beispielsweise für alle Mitarbeiter abgeschafft, damit niemand benachteiligt wird.

Am Ende sind Dilek Kolat und Jan Eder sich einig: Die Politik kann eine Reihe von Vorgaben machen und Instrumente entwickeln, um den Kulturwandel zu unterstützen.

Pressemitteilung zum 1. Unternehmensbesuch