Logo der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen Logo des Bereichs Arbeit der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen Logo der IHK Berlin Kopfgrafik - Frauen an die Spitze!

Sie befinden sich hier: Interaktion/Unternehmensbesuche/10.11.2014 – 2. Unternehmensbesuch

Unternehmensbesuche Senatorin Dilek Kolat und IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer

10.11.2014 – 2. Unternehmensbesuch bei Pfizer Deutschland GmbH

Dilek Kolat: „Die Vielfalt der Stadt sollte in den Unternehmen abgebildet werden.“

Begeistert zeigten sich die Unterstützer der Kampagne „Unternehmen mit Frauen an die Spitze“ und zahlreiche weitere Berliner Unternehmensvertreterinnen und –vertreter von dem zweiten Unternehmensbesuch am 10. November 2014 bei Pfizer Deutschland GmbH. Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, besuchte mit Dr. Eric Schweitzer, Präsident der IHK Berlin, sowie Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin das Pharmaunternehmen. Regelmäßig besuchen sie im Rahmen der gemeinsamen Kampagne Unternehmen, um sich rund um das Thema Frauen in Führungspositionen auszutauschen und gemeinsam zu diskutieren. Mit ca. 80 Teilnehmenden war auch dieser Besuch ein voller Erfolg.

Das weltweit tätige Pharmaunternehmen zeichnet sich durch besonderes Engagement im betrieblichen Diversity-Management aus und ermöglicht dadurch insbesondere weiblichen Nachwuchsführungskräften den beruflichen Aufstieg. Bereits seit 2008 ist der internationale Konzern Unterzeichner „der Charta der Vielfalt“ und erhält regelmäßig das Zertifikat zum audit berufundfamilie als Auszeichnung für seine familienfreundliche Personalpolitik. Das Thema zum Unternehmensrundgang war folgerichtig: „Diversity, Networking und Frauen-Förderung“. Dilek Kolat ist bereits nach dem Rundgang durch das Unternehmen inspiriert: „Hier können nicht nur andere Unternehmen dazu lernen, sondern auch die Politik.“

Stationen des Rundgangs waren das Eltern-Kind-Zimmer, die Vorstellung des firmeninternen Fair-Play-Teams sowie der Instrumente, die Eltern in Führungspositionen zur Verfügung stehen. Jan Eder sieht diese Diversity-Strategie als elementar an, wie er in der nachfolgenden Podiumsdiskussion erklärt: „Der Ausgleich zwischen Familie und Beruf sowie die Verankerung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements werden immer wichtiger. Unternehmen werden ohne diese Themen keinen Nachwuchs gewinnen. Dem müssen sich Berliner Unternehmen stellen.“

„Das Thema Diversity ist in aller Munde“ bestätigt Dilek Kolat. Paare wollen Familie, Beruf und Karriere partnerschaftlich organisieren. Nun ginge es darum, wie die Unternehmen durch ihre Unternehmenskonzepte zu Umsetzung der notwendigen Flexibilität betragen können. Dies sei noch nicht in allen Unternehmen implementiert.

Peter Albiez, Geschäftsführer der Pfizer Pharma GmbH, kann dies nur bestätigen. Er sieht Diversity als „substantiellen Bestandteil der Unternehmenskultur“, die im Konzern gelebt wird. „Wenn Sie Zusammenhalt fördern wollen, müssen Sie Vielfalt fördern“, weiß er aus seiner Erfahrung bei Pfizer, wo die offene Unternehmenskultur durch Zahlen und Fakten sowie gelebte Beispiele belegbar ist.

Als eines dieser gelebten Beispiele konnte Annett Enderle, Geschäftsführerin der Pfizer Deutschland GmbH, dem Publikum von Ihrem Werdegang erzählen. Sie berichtet, dass die Implementierung der Diversity-Elemente mit dem Umzug des Unternehmens aus Karlsruhe nach Berlin einherging. „Das Unternehmen musste so attraktiv gestaltet werden, dass die Mitarbeiter mitkommen“, erklärt sie. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits erste Führungsverantwortung und stand gleichzeitig kurz vor der Geburt ihres Kindes. Sie profitierte also direkt selbst von diesen Veränderungen und konnte den anderen Mitarbeitern ein gutes Vorbild sein. Als ihr Kind ein Jahr alt war, wechselte sie in die Geschäftsführung. Doch der Geschäftsführer Albiez sieht auch ganz klar, dass eine alleinige Fokussierung auf die Frauenförderung nicht weit genug greifen würde. „Das Bedürfnis der Männer, Anteil am Familienleben zu haben muss auch beachtet werden.“ Männern würden Chancen zum Einklang von Beruf und Familie suchen, während Frauen nach Chancen für mehr Verantwortung suchten. Dies seien zwei starke Kräfte, die es zu nutzen gelte.

Für Jan Eder steht fest, dass die Work-Life-Balance in Zukunft entscheidend sein wird. Den Menschen sei dies wichtig – häufig wichtiger als das Erreichen einer Führungsposition. Genau an dieser Stelle sei wichtig, Führungspositionen gleichwertig mit Frauen zu besetzen, um Nachwuchsprobleme zu vermeiden. Die Führungspositionen müssten zudem so ausgestaltet werden, dass eine Work-Life-Balance integrierbar sei. Um dies umsetzen zu können, sei es wichtig, das Thema Diversity in den Köpfen der Geschäftsführer und Mitarbeiter zu verankern. Erst daraus folge dann auch eine Verankerung im Unternehmen.

Genau das ist der Ansatz bei Pfizer. Im Fair-Play Team setzen die Mitarbeiter sich selbst mit dem Thema auseinander, fragen die Bedarfe der Kollegen ab und initiieren die Umsetzung neuer Instrumente. Bei der Auswertung stellen sie beispielsweise fest, dass flexible Arbeitszeiten und die von der Firma angebotenen Kindergartenplätze bei jungen Mitarbeitern und Familien besonders beliebt sind.

Mit zahlreichen praktischen Tipps und Inspiration verließen die Netzwerkpartner und Interessierte die Veranstaltung in einem Unternehmen, das ähnlich vielfältig ist, wie die Stadt Berlin selbst.